Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
Seite
77
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der Härte dieses abscheulichen Mannes rächen werde. Aus der andernSeite schämte er sich auch seiner kindischen Drohung, und erkannte, das;sich selber zu verletzen kein wesentlicher Widerstand gegen den Mann wäre.Er beschloß daher, ihn durch Duldung auszutrotzen. Darum sagte erendlich :Und wenn der Tag gekommen ist, den Ihr genannt habt, lassetIhr mich daun in die Hul hinüber führen?"

Ich lasse Dich dann in die Hul hinüber führen," antwortete derOheim.

Gut, so bleibe ich bis dahin," cntgegncte Victor;aber das sageich Euch, Oheim, daß von nun alle Bande zwischen uns zerschnitten sind,und daß wir nicht mehr in einem verwandtschaftlichen Verhältnisse stehenkönnen."

Gut," antwortete der Oheim.

Victor setzte noch im Zimmer sein Barett aus das Haupt, zerrte denSpitz, den er bei sich hatte, an der Schnur hinter sich her, und ging zurThür hinaus.

Der Jüngling betrachtete sich nun von jeder Rücksicht, die er sonstgegen den Oheim beobachten zu müssen geglaubt hatte, frei, und beschloßfortan jede Handlungsweise sich zu erlauben, die ihm nicht von seinemSittlichkeitsgefühlc verboten, oder von den Grenzen der offenbaren Ge-walt unmöglich gewacht worden wäre.

Er ging von dem Oheime in sein Zimmer und schrieb dort über zweiStunden. Dann ging er in's Freie. An der Treppenthür war von innenund von außen ein Ring, der als Klöppel diente. Wollte Victor vonnun an entweder hinein oder hinaus, so ging er nicht mehr, wie bisher,zu dem Oheime, daß er ihm öffne, sondern er stellte sich an die Thür,und schlug mit dem Klöppel gegen dieselbe. Aus dieses Zeichen kam derOheim allemal, wenn er in seinem Zimmer war, heraus und öffnete.War er selber im Freien, so stand die Thür ohnehin offen. Bei demMittagmahle des ersten Tages redete Victor nichts, der Oheim fragte ihnauch nichts, und als das Essen vorüber war, standen beide auf, undVictor ging sogleich fort. Auf dieselbe Weise war das Abendmahl.

Victor ging nun daran, alle Theile des ciugeschlosscnen Raumes zudurchforschen. Er drang in die Gebüsche, welche hinter dem Hause stan-den , er ging von Baum zu Baum, und sah jeden an, und untersuchteihn um seine Eigenschaften und um seine Gestalt. Einmal drang er durch