Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
Seite
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Spalten funkelnd und leuchtend, und obwohl sie in der Nacht der höchsteBerg geschienen hatte, so standen doch nun höhere neben ihr, die er inder Nacht nicht gesehen hatte, und die nun sanft blau nieder schienen,und an vielen Stellen Schneeflecken zeigten, die sich wie weiße Schwänein die Spalten duckten. Alles glänzte und flimmerte durcheinander, hoheBäume standen vor dem Hause in einer solchen Nässe, wie er sie nie ge-sehen hatte, die Gräser troffen, überall gingen breite Schatten nieder,und das Ganze erschien noch einmal in dem See, der von jeder FlockeNebel rein gefegt, wie der zarteste Spiegel dahin lag, Victor hatte seineFenster aufgeriffen und steckte das blühende Angesicht zwischen den Eisen-stäben hinaus. Sein Erstaunen war außerordentlich. Mit alle dem Ge-tümmel an Lichtern und Farben herum bildete das todtähnliche Schwei-gen mit dem diese ungeheuren Bergcslasten herum standen, den schärfstenGegensatz, Kein Mensch war zu sehen auch vor dem Hause nichtnur einige Vögel zwitscherten zeitweilig in dcn Ahornen, Welch ein Mor-genlärm mochte nicht in all diesen Höhen sein, aber er war nicht zu ver-nehmen, weil sie zu ferne standen, Victor streckte den Kopf, so weit erkonnte, hinaus, um herum schauen zu können. Er sah eine» ziemlichenThcil des Sees. Ueberall schritten Wände an demselben hin, und derJüngling konnte durchaus nicht crrathen, wo er herein gekommen war.Auch die Sonne war an einem ganz andern Orte aufgegangen, als ererwartet hatte, nämlich hinter dem Hause, und seine Fenster waren nochim Schatten, was eben das Licht der gegenüber liegenden Wände nocherhöhte. Mit dem Monde, den er gestern seiner Lichtwirkung nach höch-stens für eine schmale Sichel gehalten hatte, war er ebenfalls im Jrr-thume; denn er stand nun als Halbmond noch anr Himmel, gegen dieZacken der Gebirge sich nieder neigend. Victor kannte die Wirkung derLichter in den Bergen noch nicht. Welche Fluth hätte auf die fernenWände fallen müssen, daß sie so erleuchtet dagestandcn wären, wie derKirchthurm seines Dorfes, der im Mondscheine immer so schimmerndweiß und scharf in die dunkelblaue Nachtluft empor gestanden war. Ob-wohl die Sonne schon ziemlich hoch stand, so war doch die Lust, die zuseinen Fenstern herein strömte, noch so kalt und naß, wie er sie zu Hausenicht gewohnt war; allein sie belästigte ihn nicht, sondern sic war zu-gleich so fest und hart, daß sie alle seine Lebensgeister anregte.

Er trat endlich von dem Fenster zurück, und sing an sein Ränzlein