Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
Seite
14
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am nächsten an dem Körper ist, und ihn schützt nnd gesund erhält soviel, daß Du täglich wechseln kannst, wie Du cs bei mir geleruthast.Wir haben alles ausgebessert, daß kein Faden davon schadhaft ist. Fürdie Zukunft wirst Du immer noch erhalten, was Du brauchst. Hannableicht draußen Stücke, wovon die Hälfte schon für Dich gerechnet istund Stricken, Nähen, Ausbessern werden wir besorgen. Im andern Ge-wände bist Du anständig; Du kannst Dich dreimal anders anjichen, dasnicht gerechnet, was Du eben am Leibe hast. Es ist jetzt alles feiner hcr-gcrichtet worden, als Du cs bisher gehabt hast; denn ei» Mann, Victor,der sein erstes Amt antritt, ist wie ein Bräutigam, der ausgestattet wird und er soll auch im Stande der Gnade sein, wie ein Bräutigam. DasGeld, welches fie mir alle Jahre für Deinen Unterhalt geben mußten,habe ich angelegt, und habe immer die Zinsen wieder dazu gethan. Dashast Du nun alles. Der Vormund weiß cs nicht und braucht cs auchnicht zu wissen; denn Du mußt ja auch etwas für Dich haben, daß Ducs ausgebcn kannst, wenn sich andere sehen lassen, damit Dir das Herznicht zu wehe thut. Wenn Dir Dein Oheim das kleine Gütchen entreißt,welches noch da ist, so betrübe Dich nicht, Victor; denn cs sind so vieleSchulden darauf, daß kaum mehr ein einziger Dachziegel dazu gehört.Ich bin in dem Amte gewesen, und habe mir cs für Dich aufschlagenlassen, damit ich cs weiß. Manches Mal einen Nothpfennig bekommstDu schon von mir auch noch. So ist alles gut. Zu Deinem Oheimemußt Du nun schon die Reise machen, cbe Du in das Amt eintrittst,weil er es so wünscht. Wer weiß, wozu cs' gut ist Du verstehst dasnoch nicht. Der Vormund erkennt auch die Nothwendigkeit, daß Du Dichdem Wunsche einer Fußwanderung zu dem Oheime fügest. Hast Dugestern Rosina gesehen?"

Nein, Mutter; wir sind spät Abends zurück gekommen, haben indem Zimmer Ferdinands gcspeiset, und heute bin ich mit Tagesanbruchfort gegangen, weil so viel zu thun ist. Der Vormund hat gesagt, daßich meine Fußreisc über die Stadt antrcten und bei dieser Gelegenheit vonihnen allen Abschied nehmen soll."

Siehst Du, Victor, Rosina könntest Du einmal zu Deiner Fraubekommen, wenn Du in Deinem Berufe recht thätig bist. Sie ist sehrschön, und denke, wie ihr Vater mächtig ist. Er hat die lästige Vormund-schaft über Dich sehr redlich und fleißig verwaltet, und ist Dir nicht ab-