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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
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des Geistes. Er verderbte sein LebcnSwcrkzeug durch Verwöh-nung, Nebermaß der Bcthätignng, ciuseitige Erregung, Unacht-samkeit; die Natur aber straft ihn. Verzärtelt und verwöhnt erLeib und Seele zu ausschweifenden Begierden: die Natur ist's,die ihn, vermöge ihrer Gesetze, wieder zu seinem Veruunftgesetzzurücktreibt. Krankheit, Elend und inneres Zcrwürfniß verfolgenden, der wider sie sündigte. Das Kind lernt früh, wie jede Roseihre Dornen trägt; und Nationen werden von ihren naturwidrigenOrdnungen und Verirrungen, durch die eiserne Zuchtruthe derNoth zurückgcjagt. Das Thier lebt natnrgerccht; die Richtigkeitund Schärfe des Instinkts ersetzt ihm für seinen Stand den Man-gel der Vernunft. Der Mensch aber erwirbt, unter Wunden undThrLncn, den Schatz heilsamer Erfahrungen; Wunden und Thrä-nen regen ihn zu höherer Sclbstthätigkeit und zum Rcchtthnn an.

So drängt die Natur selbst den irren Geist der Sterblichen,erweckend, warnend, strafend, lohnend, zu seiner Veredlung;drängt ihn von ihr selbst zurück, daß er sie und sich Hellererkenne. In dieser ihr unbewußten, heiligkeitsgemäßen Ein-richtung, istGottes Finger!"' Die Naturstrafcn rufen über-all zur Besserung Sie sind nicht Wirkungen des Zorns, oderder Rache. Diese Leidenschaften, fern von der sündloscn Natur,sind nur Früchte menschlicher Begierden- und Nrtheilsverwilde-rung. So lernt der Sterbliche von der sich unbewußten Natur,was Strafe sei und deren heiliger Zweck? Ein dem Andern zu-gesügtcr Schmerz, der nicht Besserung beziclt, ist»sinnlose Grau-samkeit; und der Tod, welchen die Blutrache menschlicher Straf-gesetze gegen Fehlende ausspricht, ist kein Bessern derselben,sondern Nnmöglichmachung des Besscrwcrdens; ist kein Leiden,sondern Ende alles Leidens; ist aller Sterblichen Loos.

Aber noch Heller erscheint uns das sittliche Verhältnißder Natur zu unserm Geist darin, daß sie ihn, durch Be-