Druckschrift 
2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
Seite
122
Einzelbild herunterladen
 

122

und Kräfte im Ebenmaß paart, daß eins durch das andre besteht,und jedes Erschaffne ein in sich vollendetes Ganze wird.Im Grashalm, wie in der Ccder, baut sic, aus mancherlei Gat-tungen von Stoffen und bewegenden Kräften, eine Kleinwclt zu-sammen, in der sie cndlicherwcise mit ihren Wirksamkeitssphärenuns anlcuchtet, und stnfcnweis, in einer Reihe von Gegcnsätzlich-wcrdungcn, uns sogar ihren Schöpsnngsgang abspicgclt.

Diese Jnnenbewegung in jedem Eigcnganzcn, und darin dieMannigfaltigkeit der Stoffe und Kräfte einheitlich zu verbinden,zu ordnen, zu einem Ganzen zu gliedern, in welchem die vollkom-menste Ncbcrcinstimmung aller Theile zur Erhaltung des Ganzen,und des Ganzen zu seinen Einzelheiten, herrscht, ist das Wirkender wesenden Natnreinheit, ist das Belebende.

Wie die Natur, von ihrer gchcimnißvollcn Urheit, in den tie-fer» Wirksamkeitssphären, erscheinend ausgcht, nnd, von Gegen-sätzen zu Gegensätzen, sich znzahllosen Artungen des Seins (18.)entfaltet nnd eine Welt gestaltet: so erschließt sie sich auch, als diewesende Einheit, zu zahllos verschiedenen Einheitsartnngcnin Lcbcnsgcbilden, oder Gewächsen. Und indem jede Artung,nach dem cigenthümlichcn Gcsetzthum derselben, Stoffe nnd Kräftewältigt, um sich versammelt, Flüssiges mit Starrem zu einemBau verbindet, worin Bewegung mit Ruhe, das Mannigfachstemit Ebenmaß, verknüpft wird; alle einzelne Theile, wie eben soviele Werkzeuge, als wohlgeordnetes Geglieder (Organismus)zur Entfaltung und Fortpflanzung dieser besonder» Darstellung derNatnreinheit beisammen stehn: spiegelt sich in jeder solchcnKlein-welt, wie eine Sonne im Thautropfen, der Schöpfungsprozeßendlicherweise ab. Wir betrachten bewundernd die Entwickelungnnd Vollendung des Werks, seine Regelmäßigkeit und Harmonie.Wir glauben, in diesem aus sich hcrvorgegangncn Gebilde, einfreies, sinnreiches Schaffen, bestimmte Absichten, einander ent-