Druckschrift 
2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
Seite
73
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von der Vergänglichkeit und Vernichtung des Geistes und der Seelespricht, lehrt man den Unsinn: der wesende Geist werde zu einerwesenlosen Vorstcllnngsart aus ihm; die Ursach werde zu einerihrer Wirkungen ohne Ursach.

Ich wende mich jedoch zn der Thatsache zurück, daß alle unsreVorstellungen, so wie alle Naturerscheinungen, ein in der Einheiteines Wesenden Verwand tes sind. Wer aber zeichnet den Stamm-baum der Naturwirkungcn in der Endlosigkeit seiner Verzweigun-gen? Wer das ungeheure Netz der auf- und absteigenden, unmit-telbaren und mittelbaren Verwandtschaften? Wie begränzt istunser Gesichtskreis!

Die Verkettung der Verwandtschaften, und wie sie alsGegensätze zu einander wurden; die Anziehung des sich Ver-wandten zu einander, das Abstößen des sich Gleichen, sowie die Nichtanzichnng oder Unvereinbarkeit deS Ungleichen ,des sich Widersprechenden, sind Thatsachcn der Erfahrung, welcheüberall den Gang des Wesenden im Wirken, als ein Uebergangvom Gleichartigen zum Gleichartigen, nie zum Ungleichen,bezeichnen. Daher das Sprüchwort: die Natur macht keinen Sprung.Daher die Währschcinlichkeitsbercchnung für künftige Dinge; daherdie Erwartung ähnlicher Erfolge von ähnlichen Veranlassungen.

Nichts steht in den Erscheinungen der Natur vereinzelt, fremdund mit allem Andern unverwandt; nichts ist aus der allgemeinenVerkettung losgeriffcn. Denn das Wesen der Dinge ist überall undimmer eins und dasselbe, und keine Zweiheit in ihm möglich. Diesogenannten Wunder, welche sich ereignet haben sollen, sind keineErscheinungen der Natur, sondern der menschlichen Unwissenheit;daher nur Gegenstände des Unglaubens, oder eines Aberglaubens,welcher die Gcspinnste der Einbildung über das ewige Gesetzthumder Natur und des Geistes erhebt.

Denn auch der Geist hat für seine Thärigkeit keinen andern