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Th atsächlich-Gekannte begriffen ist: so liegt Alles, was wirnicht mittelbar oder nnmittclbar erfahren haben, außerhalb unsererKenntniß, mithin auch der Erkcnntniß. Mit andern Worten: allemenschliche Erkcnntniß beruht auf Erfahrung.
Wenn also in der Erfahrung des Thaisächlich-Vorhandenen,das ist in der Kenntniß oder Daseinskunde (Einheit des Wissensund Seins) von den Dingen, die unanfechtbarste Gewißheit der-selben ruht: so kann die Ungewißheit nicht in der Kenntniß desVorhandenen, sondern allein in der Erkcnntniß wohnen.
Und wer läugnet cs? Nicht die Thatsachen des Bewußt-seins, nicht die Thatsachen unserer Empfindung will derZweifel antasten; wohl aber die Versuche des Verstandes, dasMannigfaltige zur Einheit, und die Thatsache zu einer Ursache zuerheben.
So breitet sich denn zwischen der sinnlichen und nichtsinnlichcnDascinskunde, jener unsichere Strom der menschlichen Erkcnntniß,wie zwischen zwei festen Ufern aus. Hier also ist der alte Wogcn-kamps des Jrrthums und der Wahrheit; hier liegen die unermeß-lichen Schätze unsers Weinens, Wissens und Glaubens; hier dasBeste, Schönste und Höchste, was im unendlichen All des Seinsunsre Bewunderung, unser Erstaunen, unser Entzücken erweckt undverdient; hier Alles, ohne welches die bloße Daseinskunde derDinge, ja selbst das Dasein derselben, bedeutungslos und sondermindesten Werth für uns stehen würde. Wäre keine Wahrheit derErkcnntniß, keine Gewißheit unsers Geistes in ihr möglich, ja,dann wäre das vernunftlose Thier unserer Bcneidung würdig; dannwäre das Träumen und Wähnen unsers Glaubens und Meinendköstlicher, als die fruchtlose Ungewißheit des Daseins von wechseln-den, in sich zusammenhangslosen Dingen, — von wahren Welt-alls-Trümmern !