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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
Seite
17
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haben Gcdächtniß; oft treueres, als der Mensch. Es geht daherin ihrer Seele auch ein Vergleichen des Mannigfaltigen dessen vor,was sic gewahren. Ihr Vergleichen ist ein gcfühlsweises Unter-scheiden, jedoch so bewußtlos, wie bei der Pflanze, deren Wur-zel oder Laub sich nur die ihr gemäßen Nahrungsstoffe aneignet,ohne die übrigen auszunchmen.

Gleichwie nun jede Gewährung, jede leibliche Empfindung,jedes Gefühl, jede Wahrnehmung nichts anders ausspricht, alsihre eigne Vorhandenst eit: so ist auch alle Kenntniß nichtsanders, als Kunde des in Empfindung oder Bewußtsein Erregten:nicht aber des Erregenden.

8. Seele und Geist. Empfinde» und Denke».

Prüfen wir nun die Masse desjenigen genauer, woran wir,vermittelst der Sinne allein, Wahrnehmung der Vorhandenheiterhalten, so ergibt sich, daß solches insgesammt nur ans.das be-schränkt ist, was mit Stoff oder Materie in unmittelbarer Berüh-rung steht, und was gleichsam uns stoffisch gegeben worden ist.'Wir empfangen durch Empfindung nicht mehr, als das Thier: bloßKunde vom Dasein des Körperlichen; der Farben, Gestaltun-gen, Töne, Düften, s. w., oder Bewegungen und Veränderungender Stoffgcbilde.

Aber wir wissen thatsächlich noch weit Andres vorhanden im AUder Dinge, als das, was wir durch die Sinne vernehmen. Wirbewundern ja auch Zweckmäßigkeit, Ordnung und Schönheit derSchöpfungen. Wir werden durch das Vollendete und Sinnreichein der Kunst, und durch das Gerechte und Edle in menschlichenHandlungen, gerührt. Es ist, möcht' ich sagen, nur geistige Ge-sichtstäuschung, insofern wir glauben, dies Alles mit unfern Sin-Zsch. Selbstschau. II. 1 *