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Oberon
Entstehung
Seite
41
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Zweiter Gesang.

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39 .

Da naht sich ihm der schöne Zwerg, und sprichtIn seiner Sprach' ihn an, mit ernstem Angesicht:

Warum entflichn vor mir, o Hüon von Guyenne?Wie? du verstummst? Beim Gott des Himmels, den ich kenne,Antworte mir! Nun kehrt die ZuversichtIn Hüons Brust zurück. Was willst du mein? erwiedertDer Jüngling. Fürchte nichts, spricht jener; wer das LichtNicht scheuen darf, der ist mit mir verbrüdert.

40 .

Ich liebte dich von deiner Kindheit an,

Und was ich Gutes dir bestimme,

An keinem Adamskinde Hab' ich es je gethan!

Dein Herz ist rein, dein Wandel ohne Krümme,

Wo Pflicht und Ehre ruft, fragst du nicht Fleisch und Blut,Hast Glauben an dich selbst, hast in der Prüfung Muth:So kann mein Schutz dir niemals fehlen,

Denn meine Strafgcwalt trifft nur besteckte Seelen.

41 .

War' nicht dieß Klostervolk ein heuchlerisch Gezücht,Belog' ihr keuscher Blick, ihr leiser Bußton nichtEin heimlich strafbares Gewissen,

Sie ständen, trotz dem Horn, wie du ans ihren Füßen.Auch Scherasmin, für den sein redlich Auge spricht,Muß seiner Zunge Frevel büßen.

Sie alle tanzen nicht, weil sie der Kitzel sticht,

Die Armen tanzen, weil sie müssen.