Druckschrift 
Oberon
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Fünfter Gelang.

i.

Äuch dich, o Rezia, floh, auf deinen weichen Schwanen,Der süße Schlaf. Dn sahst in Klippen dichVerfangen, woraus dir einen Pfad zu bahnenUnmöglich schien. Verhaßt nnd fürchterlichIst dir das festliche Roth am morgendämmernden Himmel,Verhaßt der Tag, der dich an Hymens Altar winkt.Lang'wälztsie seufzend sich um, bis endlich, vom innern GetümmelDer Seele betäubt, ihr Haupt herab zum Busen sinkt.

2 .

Sie schlummert ein, und, ihren Muth zu stützen,

Webt Oberon ein neues Traumgesicht

Vor ihre Stirn. Sie glaubt, bei Mondeslicht,

In einer Laube der Gärten des Harems zu sitzen,In Phantafleen der Liebe versenkt.

Ein süßes Weh, ein lieblich banges SehnenHebt ihre Brust, ihr Auge schwimmt in Thränen,Indem sie hoffnungslos an ihren Jüngling denkt.