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Oberon.
36 .
Auf einmal ist der Himmel wolkenleer,
Und alles hell und mild und trocken wie vorher.Schön, wie im Morgcnroth ein nengeborner Engel,Steht er, gestützt auf einen Lilienstengel,
Und um die Schultern hängt ein elfenbeinern Horn.So schon er ist, kommt doch ein unbekanntes GrauenSie alle an: denn Ernst und stiller ZornWölkt sich um seine Augenbrauen.
37 .
Er setzt das Horn an seine Lippen anUnd bläst den lieblichsten Ton. Stracks übcrmanut den AltenEin Schwindelgeist; er kann sich Tanzens nicht enthalten,Packt eine Nonne ohne Zahn,
Die vor Begierde stirbt ein Tänzchen mitznmachen,
Und hüpft und springt als wie ein junger BockSo rasch mit ihr herum, daß Schleiertnch und RockWeit in die Lüste Wehn, zu allgemeinem Lachen.
38 .
Bald faßt die gleiche Wuth den ganzen Klosterstand;
Ein jeder Büßer nimmt sein Nönnchen bei der Hand,
Und ein Ballet beginnt, wie man so bald nicht wiederEins sehen wird. Die Schwestern und die BrüderSind keiner Zucht noch Regel sich bewußt;
Lcichtfcrt'ger kann kein Fannentanz sich drehen.
Der cinz'ge Hüon bleibt auf seinen Füßen stehen,
Sieht ihren Sprüngen zu, und lacht aus voller Brust.