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Oberon
Entstehung
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307
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Zwölfter Gesang.

307

72 .

Und ihm zur Seite glänzt, mit ihrer RosenkroneGeschmückt, Titania, in milderm Mondesglanz.

In beider Rechten schwebt ein schöner Myrtenkranz.Empfange, sprechen sie mit liebevollem Tone,

Du treues Paar, zum edeln SicgeSlohne,

Aus deiner Freunde Hand den wohl verdienten Kranz!

Nie wird von euch, so lang' ihr dieses Zeichen

Von unsrer Huld bewahrt, das Glück des Herzens weichen.

73 .

Kaum daß das letzte Wort von Oberons Lippen fiel,

So sah man aus der Luft sich eine Wolke neigen,

Und aus der Wolke Schooß, bei goldner Harfen Spiel,Mit Lilien vor der Brust drei Elfentöchter steigen.

Im Arm der dritten lag ein wunderschöner Knab',

Den sie, ans ihren Knien, Titanien übergab.

Süß lächelnd bückt zu ihm die Königin sich nieder,

Und giebt, mit einem Kuß, ihn seiner Mutter wieder.

74 .

Und, unterm Jubelgesang der Jnngfraun, die in ReihnVor ihnen her den Weg mit Rosen überstreun,

Ziehn durch die weite goldne Pforte

Die Glücklichen hinein in Oberons Freudenhaus.

Was sie gesehn, gehört, an diesem schönen Orte,

Sprach ihre Zunge nie beim Rückerinnern aus.

Sie sahn nur himmelwärts, und eine WonnethräneIm glänzenden Auge verrieth wohin ihr Herz sich sehne.

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