Druckschrift 
Oberon
Entstehung
Seite
306
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In einem Lustwald, mitten zwischenHoch aufgeschoss'nen vollen Rosenbüschen,

Stand der Palast, von dessen WunderglanzDer stille Hain und das Gebüsche ganzDurchschimmert schien — War's nicht an diesem Orte,Spricht Hüon leis' und schaudernd — doch, bevorEr's ausspricht, öffnet schnell sich eine goldne Pforte,

Und zwanzig Jungfraun gehn ans dem Palast hervor.

70 .

Sie kamen, schon wie der Mai, mit ewig blühenden Wangen,Gekleidet in glänzendes Lilienweiß,

Die Erdenkinder zu empfangen,

Die Oberon liebt. Sie kamen tanzend, und sangenDer reinen Treue unsterblichen Preis.

Komm, sangen sie (und goldne Zymbeln klangenIn ihren süßen Gesang, zu ihrem lieblichen Tanz),

Komm, trautes Paar, empfang den schönen Siegeskranz!

71 .

Die Liebenden — sich kaum besinnend — in die WonneDer andern Welt verzückt — sie wallen, Hand in Hand,Den Doppelreihen durch: als, gleich der MorgensonneIn ihrem Bräut'gamsschmuck, der Geist vor ihnen stand.Nicht mehr ein Knabe, wie er ihnenIn lieblicher Verkleidung sonst erschienen —

Ein Jüngling, ewig schön und ewig blühend, standDer Elfenkönig da, den Ring an seiner Hand.