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Oberon
Entstehung
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293
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Zwölfter Gesang.

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30 .

O Gott! es ist zu viel auch dieß noch zu erdulden!Es büße immerhin für meine SündenschnldenDer strengste Tod! Ich klage niemand an!

Dieß einz'ge nur. o Oberon, gewähre

Dem, den du liebtest, noch: beschütze meine Ehre,

Beschütze Rezia! Du weißt, was ich gethan!

Sag' ihr, daß ich, den heil'gen Schwur der TreueZu halten, den ich schwor, den Feuertod nicht scheue.

31 .

So ruft er aus, und, vom Vertrau« gestärktDaß Oberon ihn hört, berührt ihn unvermerktDer mohnbekränzte Gott des SchlummersMit seinem Stab, dem Stiller alles Kummers,

Und wieget ihn, wiewohl nur harter SteinSein Kissen ist, in leichte Träume ein.

Hat ihm vielleicht, zum Pfand, daß bald sein Leiden endet,Der gute Schutzgeist selbst dieß Labsal zugesendet?

32 .

Noch lag die halbe Welt mit Finsterniß bedeckt,

Als ihn aus seiner Ruh ein dumpfes Klirren weckt.

Ihn däucht er hör' im Schloß die schweren Schlüssel drehen;Die Eisenthür geht ans, des Kerkers schwarze WandErhellt ein blasser Schein, er höret jemand gehen,

Und stämmt sich ans, und sieht in schimmerndem Gewand,Die Krone auf dem Haupt, die Lampe in der Hand,Almansaris zu seiner Seite stehen.