Zwölfter Gesang. 287
12 .
Verdrossen geht Herr Hüon, auszurichten
Was ihm befohlen war. Er füllt mit bunten Schichten
Von Blumen, Floren« ganzem Schatz,
Den größten Korb, und eilt zum augewiesnen Platz.
Fern ist's von ihm, der Sache mißzutrauen.
Allein, beim Eintritt in die Grotte fällt auf ihnEin dumpfes wunderbares Grauen,
Und ein verborgner Arm scheint ihn zurück zu ziehn.
13 .
Betroffen setzt er seine Blumen nieder;
Doch faßt er Augenblicks sich wieder
Und lächelt seiner Furcht. Das zweifelhafte Licht
Das unter tausendfachem Flittern
In diesem Labyrinth mit sichtbarm Dunkel ficht,
Ist ohne Zweifel Schuld an diesem kind'schen Zittern,Denkt er, und geht getrost, bei immer hellerm Schein,
Mit seinem Blumenkorb ins Innerste hinein.
14 .
Hier herrscht ein Tag wie zu verstohlnen FreudenDie schlaue Lust ein Zauberlicht sich wählt,
Nicht Tag nicht Dämmerung; er schwebte zwischen beiden,Nur lieblicher durch das, was ihm zu beiden fehlt.
Er glich dem Mondschein, wenn durch RoscnlaubenSein Silberlicht zerschmilzt in blasses Roth.
Der Held, wiewohl ihm hier noch nichts gesährlichs droht,Erwehrt sich kaum bezaubert sich zu glauben.