Eilfter Gesang.
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60 .
Und ob sie gleich mit Müh' kaum über sich gewann.
Dem marmorharten jungen Mann
In ihren Armen nicht Empfindung abznzwingen,
Versucht sie doch noch eins, das schwerlich fehlen kann:
Sie läßt sich ihre Laute bringen.
Auf ihrem Polstersitz mit Reiz zurück gelehnt,
Und, zum Bezaubern fast, durch ihre Gluth verschont,
Was wird ihr durch die Gunst der Musen nicht gelingen?
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Wie rasch durchläuft in lieblichem GewühlDer Rosenfinger Flug die seelenvollen Saiten!Wie reizend ist dabei ans ihrem offnen weitenNückfallenden Gewand der schönen Arme Spiel!Und, da aus einer Brust, die Weise zu bethörenVermögend war, das mächtige GefühlSich in Gesang ergießt, wie kann er sich erwehrenAuf seinen Knien die Göttin zu verehren?
62 .
Süß war die Melodie, bedeutungsvoll der Sinn.
Es war das Lied von einer Schäferin,
Die lange schon ein Feur, das keine Rast ihr gönnet,Verbarg — doch nun dem allgewalt'gen DrangNicht länger widersteht, und dem, der sie bezwang,Erröthend ihre Pein und seinen Sieg bekennet.
Das Lied stand zwar im Buch; allein so wie sie sang,Singt keine, die nicht selbst in gleichen Flammen brennet.