Eilfter Gesang.
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18.
Es ist vielleicht der schöne Gärtner, sprichtDie schlaue Zof': er ist, wofern mich alles nichtAn ihm betrügt, der Mann sein Leben dran zn setzen,Um hier, im Hinterhalt, an einen Busch gedrückt,
Mit einem Anblick sich noch einmal zu ergetzen,
Der ihn ins Paradies verzückt.
Wie wenn wir ihn ganz leise überraschten,
Und auf der frischen That den schönen Frevler haschten?
19.
Schweig, Närrin, spricht die Haremskönigin;
Du faselst, glaub' ich, gar im Traume?
Und gleichwohl richtet sie geraden Wegs zum Baume,Woher das Rauschen kam, die leichten Schritte hin.
Es war ein Eidechs nur gewesen,
Der durchs Gesträuch geschlüpft. — Ein Seufzer, halb erstickt.Halb in den Strauß, den sie znm Munde hielt, gedrückt,Bekräftigt was Nadin' in ihrem Blick gelesen.
20 .
Unmuthig kehrt sie um, und mit sich selbst in Zwist,
Beißt sich die Lippen, seufzt, spricht etwas, und vergißtBeim dritten Wort schon was sie sagen wollte,
Zürnt, daß Nadiue nicht die rechte Antwort giebt,
Und nicht erräth, was sie errathen sollte;
Die schöne Dame ist, mit einein Wort — verliebt!
Sogar ihr Blumenstrauß erfährt's — wird, ohn' ihr Wissen,Zerknickt, und, Blatt für Blatt, verzettelt und zerrissen.