247
Zehnter Gesang.
21 .
Fleug hin, nnd mach' ihn los, und trag' ihn ans der Stelle,So wie er ist, nach Tunis, vor die SchwelleDes alten Ibrahim, der, nahe bei der Stadt,
Die Gärten des Serai's in seiner Aufsicht hat.
Dort leg' ihn auf die Bank von Steinen,
Hart an die Hüttenthür, nnd eile wieder fort:
Doch hüte dich ihm sichtbar zu erscheinen,
Und mach' es schnell, und sprich mit ihm kein Wort.
22 .
Der Sylfe kommt, so rasch ein Pfeil vom BogenDas Ziel erreicht, bei Hüon angeflogen,
Lost seine Bande ans, beladet sich mit ihm,
Und trägt ihn, über Meer nnd Länder, durch die LüsteBis vor die Thür des alten Ibrahim;
Da schüttelt er von seiner starken Hüfte
Ihn ans die Bank, so sanft als wie auf Flaum.
Dem guten Ritter däucht was ihm geschieht ein Traum.
23 .
Er schaut erstaunt umher, nnd sucht sich's wahr zu machen:Doch alles was er sieht bestätigt seinen Wahn.
Wo bin ich? fragt er sich, nnd fürchtet zu erwachen.
Indem beginnt, nicht fern von ihm, ein HahnZu krähn, nnd bald der zweite nnd der dritte:
Die Stille flieht, des Himmels goldnes ThorEröffnet sich, der Gott des Tages geht hervor,
Und alles lebt und regt sich um die Hütte.