Druckschrift 
Oberon
Entstehung
Seite
226
Einzelbild herunterladen
 

Indessen Fatme und der wackre ScherasminDie Blumenfelder, die sie bauen,

Wie ihrer Lieben Grab, mit Thränen oft bethaucn;Sieht Hüon, seit sein prüfend Schicksal ihnIn jene Einsiedlei voll Anmnth und voll GrauenVerbannt, nicht ohne Gram den dritten Frühling blühn.Unmöglich kann er noch sein Heldenherz entwöhnen,

Ins Weltgetümmel sich mit Macht zurück zu sehnen.

25 .

Der kleine Hüonnet, das schönste MitteldingVon mütterlichem Reiz und väterlicher Stärke,

Das je am Hals von einer Göttin hing,

Und wahrlich doch zu anderm TagewerkeBestimmt, als mit der Axt auf seiner Schulter einstIns Holz zu gehn, vermehrt nur seinen Kummer.

Auch dich, o Nezia, in Nächten ohne Schlummer,Belauscht dein Engel oft, wenn du im Stillen weinst.

26 .

Tief fühlt ihr beid' in dieser Jugendblüthe,

Daß Abgeschiedenheit euch unnatürlich ist,

Fühlt Kraft zu edlerm Thun in eurer Brust, vermißtDes Heldensinns, der unbegrenzten GüteGleich unbegrenzten Kreis! Umsonst bemühn sie sichDie Thräne, die dem abgewandten Ang' entschlich,Dem alten Vater zu verhehlen;

Ihr Lächeln täuscht ihn nicht, er liest in ihren Seelen.