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Oberon
Entstehung
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216
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Oberon.

75 .

Auf ihren Armen liegt ein neugeboren Kind.

Sie reicht's Amanden und verschwebet

Vor ihren Augen, wie im Morgenwind

Ein Wölkchen schmilzt aus Blumenduft gewebet.

Im gleichen Nu entmacht Amanda ihrem Traum,

Und streckt die Arme ans, als wollte sie den SaumDes rosigen Gewandes noch erfassen;

Umsonst! sie greift nach Luft, sic ist allein gelassen.

76 .

Doch, einen Pulsschlag noch, und wie unnennbar großIst ihr Erstaunen, ihr Entzücken!

Kaum glaubt sie dem Gefühl, kaum traut sie ihren Blicken!Sie fühlt sich ihrer Bürde los,

Und zappelnd liegt auf ihrem sanften SchooßDer schönste Knabe, frisch wie eine Morgenros'

Und wie die Liebe schön! mit wonnevollem BebenFühlt sie ihr Herz sich ihm entgegen heben.

77 .

Sie fühlt's, es ist ihr Sohn!Mit Thränen inniger LustGebadet, drückt sie ihn an Wange, Mund und Brust,

Und kann nicht satt sich an dem Knaben sehen.

Auch scheint der Knabe schon die Mutter zu verstehen.

Laßt ihr zum mindsten den GenußDes süßen Wahns! Er schaut ans seinen Hellen AugenSie ja so sprechend an und scheint nicht jeden KußSein kleiner Mund dem ihren zu entsangen?