Druckschrift 
Oberon
Entstehung
Seite
209
Einzelbild herunterladen
 

Achter Gesang.

209

54.

Ein lieblich Kind, das ihre MutterliebeMit jedem süßen Reiz verschwenderisch begabt,

Sich schon voraus an jedem zarten Triebe,

Der ihm entkeimt, sich schon am ersten Lächeln labt,Womit eS ihr die Leiden alle danket,

Die sie so gern um seinetwillen trug,

Sich labt an jedem schönen Zug,

Worin des Vaters Bild sanft zwischen ihrem schwanket.

55.

Allmälich wird der wonnigliche TraumVon schüchternen BeängstigungenUnd stillem Gram, den sie vor Hüon kaumVerbergen kann und doch verbirgt, verdrungen.Ach Fatme, denkt sie oft, und Thränen stehen ihrIm Auge, wärest du in dieser Noth bei mir!Getrost, o Rezia! Das Schicksal, bas dich leitet,Hat dir zu helfen längst die Wege vorbereitet!

56.

Titania, die Elfenkönigin,

Sie hatte seit dem Tag, da Trotz und WidersinnSo unvermnthet sie um Oberons Herz betrogen,

Sich in dieß nämliche Gebirg zurückgezogen.

Mit dem Gemahl, der ihr durch einen Schwur entsagt,Den unterm unbegrenzten BogenDes himmlischen Azurs kein Geist zu brechen wagt,Mit seiner Lieb' und ihm war all' ihr Glück entflogen.

14

«!.'N >