Druckschrift 
Oberon
Entstehung
Seite
193
Einzelbild herunterladen
 

Achter Gesang.

193

6.

Der Eremit, kaum weniger betroffenAls Hüon selbst, bebt einen Schritt zurück;

Doch spricht er, schnell gefaßt: Hast du, wie mich dein BlickUnd Ansehn glauben heißt, Erlösung noch zu hoffenAns deiner Pein, so sprich, was kann ich für dich thun,Gequälter Geist? wie kann, ich für dich büßen,

Um jenen Port dir aufznschließen,

Wo, unberührt von Qual, die Frommen ewig rnhn?

7 .

So bleich und abgezehrt, mit Noth und Gram umfangenAls Hüon schien, war der Verstoß, in denDer alte Vater siel, nur allzu leicht begangen.

Allein, wie beide sich recht in die Angen sehn,

Und als der Greis aus Hüons Mund vernommenWas ihn hierher gebracht, wiewohl sein Anblick schonIhm alles sagt, umarmt er ihn wie einen Sohn,

Und heißt recht herzlich ihn in seiner Klaus' willkommen;

8.

Und führt ihn ungesäumt zu einem frischen Quell,

Der, rein wie Luft und wie Krystallcn hell,

Ganz nah an seinem Dach ans einem Felsen qnillet;

Und während Hüon ruht und seinen Durst hier stillet,

Eilt er und pflückt in seinem kleinen GartenIn einen reinlichen Korb die schönsten Früchte ab,

Die, für den Fleiß sie selbst zu bauen und zu warten,Nicht kärglich ihm ein milder Himmel gab;

13