Siebenter Gesang.
IV5
24 .
Dein Werk ist dieß, ruft er zn Oberon empor;
Ich fühl', obwohl ich dich nicht sehe.
Erzürnter Geist, ich fühle deine Nähe!
Weh mir! du warntest mich, du sagtest mir's zuvor,Gerecht ist dein Gericht! Ich bitte nicht um Gnade,Als für Amanden nur! Ach! Sie ist ohne Schuld!Vergieb ihr! Mich allein beladeMit deinem ganzen Zorn, ich trag' ihn mit Geduld!
25 .
Ihr, die mein Tod erhält, schenkt eine fromme ZähreDem Jüngling, den der Sterne Mißgunst trifft!
Nicht schuldlos sterb' ich zwar, doch lebt' ich stets mit Ehre;Ein Augenblick, wo ich, berauscht von süßem Gift,
Des Worts vergaß, das ich zu rasch geschworen,
Der Warnung, die zu spät in meinen Langen Ohren
Itzt wiederhallt — das allgemeine LooS
Der Menschheit, schwach zu sein — ist mein Verbrechen bloß!
26 .
Schwer büß' ich's nun, doch klaglos! denn, gereuenDes liebenswürdigen Verbrechens soll mich's nicht!
Ist Lieben Schuld, so mag der Himmel mir verzeihen!Mein sterbend Herz erkennt nun keine andre Pflicht.Was kann ich sonst als Liebe dir erstatten,
O du, die mir aus Liebe alles gab?
Nein! diese heil'ge Gluth erstickt kein Wellcngrab!Unsterblich lebt sie fort in deines Hüons Schatten.