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Oberon
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Oberon.

15 .

Sic sinkt anfS Lager hin, hoch schlägt ihr volles HerzDurchs weichende Gewand, und stromweis' stürzt der SchmerzAus ihren schmachtenden vor Liebe schweren Augen.

Er sieht's, und länger hält die Menschheit es nicht aus:Halb sinnlos nimmt er sie (werd' auch das ärgste draus!)In seinen Arm, die glüh'nden Lippen saugenMit heißem Durst den Thau der Liebe auf,

Und ganz entfesselt strömt das Herz in vollem Lauf.

16 .

Auch Rezia, von Lieb' und Wonne hingerissen,

Vergißt zu widerstehn, und überläßt, entzückt,

Und wechselsweis' ans Herz ihn drückend und gedrückt,

Sich ahnungslos den lang' entbehrten Küssen.

Mit vollen Zügen schlürft sein nimmer satter Mund

Ein herzberauschendes wollüstiges Vergessen

Aus ihren Lippen ein; die Sehnsucht wird vermessen,

Und ach! an Hymens Statt krönt Amor ihren Bund.

17 .

Stracks schwärzt der Himmel sich, es löschen alle Sterne:Die Glücklichen! sie werden'« nicht gewahr.

Mit sturmbeladnem Flügel braust von ferneDer sessellosen Winde rohe Schaar;

Sie hören's nicht. Umhüllt von finsterm GrimmeRauscht Oberon vorbei an ihrem Angesicht;

Sie hören's nicht. Schon rollt des Donners droh'nde StimmeZum dritten Mal, und ach! sie hören's nicht!