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Oberon
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161
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Siebenter Gesang.

161

12.

Der Ritter, dem der lang' verhaltne DrangZur Marter wirb, dem jede bittre Zähre,

Die seine Grausamkeit Amandens Aug' entzwang,

Auf seinem Herzen brennt, er seufzt so laut, so Lang,

Als ob's sein letzter Athem wäre.

Sie, die mit Lieb' und Scham schon eine Stunde rang,Kann endlich länger nicht die Lindrnng sich versagen,

Zu forschen was ihn quält, und Trost ihm anzutragen.

13 .

Im weißen Schlafgewand, dem schönsten Engel gleich,Tritt sie in sein Gemach, mit zärtlichem ErbarmenIm keuschen Blick, mit furchtsam offnen Armen.

Ihm ist, als öffne sich vor ihm das Himmelreich.

Sein Antlitz, kurz zuvor so welk, so todtenbleich,

Wird feuerroth; sein Puls, der kaum so trägeUnd muthlos schlich, verdoppelt seine Schläge,

Und hüpfet wie ein Fisch im spiegelhellen Teich.

14 .

Allein gleich wieder wirft ihn Oberons Wort danieder;Und da er schon, durch ihre Güte dreist,

An seine Brust sie ziehen will, entreißt

Er schnell sich ihrem Kuß, sich ihrem Busen wieder;

Will fliehn, bleibt wieder stehn, kommt rasch auf sie zurückZn ihre Arme sich zu stürzen,

Und plötzlich starrt er weg, mit wildem rollendem Blick,Als wünscht' er seine Qual auf einmal abzukürzcn.

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