Druckschrift 
Oberon
Entstehung
Seite
151
Einzelbild herunterladen
 

Doch, ohne sich an ihren Zorn zu kehren,

Macht Oberon, was er geschworen, wahr.

Berührt von seinem Lilienstabe, klären

Sich Gangolfs Augen auf, verschwunden ist der Staar.

Erstaunt, entzückt beginnt er ausznschauen,

Sieht hin, und schüttelt sich als führ' ein WespenschwarmIhm in die Augen, sieht, o Himmel! soll er trauen?Sein treues Röschen, ach! in eines Mannes Arm!

91 .

Es kann nicht sein! er hat nicht recht gesehen;

Ihm blendete das lang' entwöhnte Licht;

Unmöglich kann sich so das beste Weib vergehen!

Er schaut noch einmal hin das nämliche GesichtDurchbohrt sein Herz. Ha, schreit er, wie besessen,Verrätherin, Sirene, Höllngezücht,

Du scheuest dich vor meinen Augen nicht,

Der Ehr und Treu so schändlich zu vergessen?

92 .

Rosette, wie vom Donner aufgeschreckt,

Fährt ängstlich auf, indem mit einem ZauberschleierEin unsichtbarer Arm den blassen Buhler deckt.

Was für ein seltsam Abenteuer

Stellt, denkt sie, just in diesem Nu, so sehr

Zur Unzeit, das Gesicht des alten Unholds her?

Doch, nach dem Wort der Königin der Elfen,

Fehlt ihr's an Witze nicht, sich aus der Noth zu helfen.