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Oberon
Entstehung
Seite
150
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ISO

Oberon.

87 .

Ja wohl, Freund Salomon, bekennt dein weiser Mund:Ein einzler Biedermann wird immer noch gesehen;

Doch wandre einer mir umö weite ErdenrundNach einem frommen Weib, er wird vergebens gehen!"Siehst du, Titania, im Birnbaum dort verstecktDas ungetreue Weib des blinden Mannes spotten?

Sie glaubt sich in der Nacht, die seine Angen deckt,

So sicher als in Plutons tiefsten Grotten.

88 .

Allein, bei meinem Thron, bei diesem Lilienstab,

Und bei der furchtbarn Macht, die mir das Reich der ElfenMit diesem Zepter übergab,

Nichts soll ihr ihre List, nichts seine Blindheit helfen!

Nein, ungestraft in Oberons AngesichtSich ihres Hochverrat!)« erfreuen soll sie nicht!

Ich will den Staar von Gangolfs Augen schleifen,

Und auf der frischen That soll sie sein Blick ergreifen!

89 .

So? willst du das? versetzt mit raschem SinnUnd Wangen voller Gluth die Feenkönigin;

So soll mein Schwur dem deinen sich vermählen!So schwör' auch ich, so wahr ich KöniginDes Elfenreichs und deine Gattin bin,

Es soll ihr nicht an einer Ansflucht fehlen!

Ist Gangolf etwa ohne Schuld?

Ist Freiheit euer Loos, und nnsers nur Geduld?