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Oberon.
51.
So jung, so schön, so ganz aus lauter LiebeSzunderGewebt, wer kann sie sehn und nicht vor Sehnsucht glühn?Wo sah man je so frische Wangen blühn?
Je Augen funkelnder und Lilienarme runder?
Zwar ist sie tugendhaft; sie wird ja freilich fliehn:
Doch, wenn sie auf der Flucht nun glitschte? war' es Wunder?Der Grund, worauf sie flieht, ist hell geschliffner Stahl,Und ach! die einmal fällt, die fällt für allemal.
52.
Selbst ihre Tugenden, ihr sanft gefällig Wesen,
Ihr leichter Sinn, stets froh und guter Ding',
Was sonst an ihr das liebste ihm gewesen,
Die holde Scham sogar, womit sie ihn umfing,
Und was ihm sonst von ihren tausend Reizen,
Entschleiert und verschönt, sein Seelenspiegel weist,
Das alles hilft itzt nur dem Argwohn, der ihn beißt.
Sich in sein wundes Herz noch tiefer einzubeizen.
53.
Der Sklaverei, worin das gute junge WeibSeit dieser Zeit verlechzt, ist keine zu vergleichen.
Stets angeschnallt an seinen siechen Leib,
Darf sie ihm Tag und Nacht nicht von der Seite Weichen.Mißtrauisch aufgeschreckt von jedem leisen Wort,
Trägt er die Angen nun an seinen Finger-Enden,
Und Nachts liegt eine stets von seinen knot'gen HändenBald da, bald dort aus ihr, aus Furcht sie schleich' ihm fort.