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Oberon
Entstehung
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137
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Sechster Gesang.

137

48.

Wer sollt' ihm nun die lange Zeit vertreiben,

Dem armen blinden Mann, hätt' er Rosetten nicht?

Was würd' aus ihm, wär's ihr nicht süße Pflicht,Untrennbar Tag und Nacht an ihn geklebt zu bleiben,Ihm immer Arm und AugenlichtZu leihn, für ihn zu lesen und zu schreiben.

Zu fragen was ihm fehlt, und, quälet ihn die Gicht,

Mit leichter warmer Hand ihm Knie und Fuß zu reiben?

49.

Rosette, immer sanft, gefällig, mitleidsvoll,

Entrichtet ohne Zwang und MurrenDer Ehstandspflicht auch diesen schweren Zoll;Aufmerksam stets, (wiewohl bei seinem KnurrenIhr heimlich oft die Galt' ein wenig schwoll)

Daß ja ihr Alter nichts zu klagen haben soll.

Zum Unglück fing er itzt, trotz ihrem guten Willen,In seinem Sorgestuhl die schlimmste aller Grillen.

SO.

Der ärgste Feind, der je sich aus der Hölle schlichDie Sterblichen zu necken und zu quälen,

Fuhr in den armen Mann, und plagt' ihn jämmerlich.Alt, schwach und blind, wie könnt' er sich verhehlen,Rosette sei, so sehr sie einem Engel glich,

Doch nur ein Weib? Konnt'S an Versuchern fehlen?Die Welt ist rings umher von offnen Augen voll,

Und ach! das Auge blind, das sie beleuchten soll!