Sechster Gesang.
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24 .
Der Ritter, sie von dieser Pest zu heilen,
Eilt was er kann, (die Liebe hieß ihn eilen)
Sein Bischen Christenthum der Holden mitzutheilen.
An Eifer gab er keinem Märt'rer nach;
Er war an Glauben stark, wiewohl au Kenntniß schwach,Und die Theologie war keineswegs sein Fach;
Sein l?»tor und sein 6roüo, ohne Glossen,
In diesen Kreis war all sein Wissen eingeschloffen.
25 .
Doch was vielleicht an Licht und GründlichkeitDer Lehre fehlt, ersetzt des Lehrers Feuer:
Herr Hüon, standsgemäß ein Feind von Wörterstreit,Handhabt das Werk gleich einem Abenteuer.
Und was er glaubt, beschwört er hoch und theuer,Erbötig, dessen Richtigkeit
Dem ganzen Heidenthum mit seinem blanken EisenZu Wasser und zu Land handgreiflich zu erweisen.
26 .
Groß ist in des Geliebten Mund
Der Wahrheit Kraft; das Herz, voraus mit ihm in Bund,
Horcht ihm mit Lust und lehrbegier'gem Schweigen.
Was ist so leicht zu überzeugen
Als Liebe? Ein Blick, ein Kuß ist ihr ein Glaubensgrund.Die Schöne, ohne sich in Fragen zu versteigen,
Glaubt ihrem Hüon nach, und macht in kurzer ZeitIhr Kreuz an Stirn und Brust mit vieler Fertigkeit.
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