Fünfter Gesang. 117
75 .
Und Oberon bewegt den LilienstabSanft gegen sie, als wollt' er seinen SegenAuf ihrer Herzen Bündnis; legen,
Und eine Thräne fällt ans seinem Aug' herabAuf beider Stirn. So eil' aus Liebesschwingen,
Spricht er, du holdes Paar! Mein Wagen steht bereit,Bevor das nächste Licht der Schatten Heer zerstreutEuch sicher an den Strand von Askalon zu bringen.
76 .
Er sprach's, und eh' des letzten Wortes LautVerklungen war, entschwand er ihren Augen.
Wie einem Traum cntwacht, steht Hüons schöne Braut,Den süßen Duft begierig anfznsaugen,
Der noch die Luft erfüllt. Drauf sinkt ein scheuer BlickAuf ihren Vater hin, der wie in TodesschlummerZu starren scheint. Sie seufzt, und wehuiuthsvoller KummerMischt Bitterkeit in ihres Herzens Glück.
77 .
Sie hüllt sich ein. Herr Hüon, dem die Liebe
Die Sinne schärft, siebt nicht so bald
Ihr Herz beklemmt, ihr schönes Auge trübe,
So brückt er sie mit zärtlicher Gewalt,
Den rechten Arm um ihren Leib gewunden,
Znm Saal hinaus. — Komm, spricht er, eh' die NachtUns überrascht, und jeder Arm erwacht,
Den, uns zu Lieb', der Geist mit Zauberschlaf gebunden.