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Oberon
Entstehung
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Oberon.

72 .

Noch, Rezia, wenn dich die Wage schreckt,

Noch steht's Lei dir den Wunsch der Liebe zu betrügen:Sie schlummern nur, die hier als wie im Grabe liegen;Sie leben wieder ans, sobald mein Stab sie weckt.

Der Sultan wird dir gerne, was geschehen,

Derzeihn, trotz dem was er dabei verlor,

Und Rezia wird wieder wie zuvorVon aller Welt sich angebetet sehen.

73 .

Hier schwieg der schöne Zwerg. Und, bleicher als der TodSteht Hüon da, das Urtheil zu empfangen,

Womit ihn Oberon, der Grausame! bedroht.

In Asche sinkt das Feuer seiner Wangen.

Zu edel oder stolz, vielleicht ein zweifelnd HerzMit Liebesworten zu bestechen,

Starrt er zur Erde hin mit tief verhaltnem Schmerz,

Und läßt nicht einen Blick zu seinem Bortheil sprechen.

74 .

Doch Rezia, dnrchglüht von seinem ersten Kuß,

Braucht keines Zunders mehr die Flamme zu erhitzen.Wie wenig däucht ihr noch was sie verlassen muß,

Um alles was sie liebt in Hüon zu besitzen!

Von Scham und Liebe roth bis in die Fingerspitzen,Verbirgt sie ihr Gesicht und einen ThränengnßIn seinem Arm, indem, hoch schlagend von Entzücken,Ihr Herz empor sich drängt, an seines sich zu drücken.