Fünfter Gesang.
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69 .
Ein lauter Schrei des Schreckens und der LustEntfährt der Perserin; ein unfreiwillig GrauenBekämpft in ihr das schüchterne Vertrauen.
Die Arme über ihre Brust
Gefaltet, steht sie glühend neben
Dem Jüngling da, dem sie ihr Herz gegeben,
Und wagt, der süßen Schuld jungfräulich sich bewußt,Zu ihrem Retter kaum die Augen zu erheben.
70 .
Gut, Hüon, spricht der Geist, du hast dein EhrenwortGelöst, ich bin mit dir zufrieden.
Zum Ritterdank ist dir dieß schöne Weib beschicken IDoch, eh' ihr euch entfernt von diesem Ort,
Bedenke Rczia, wozu sie sich entschließet,
Eh' sie vielleicht mit unfruchtbarer ReuDie rasche Wahl verführter Augeu büßet!
Zu bleiben oder gehn läßt ihr das Schicksal frei.
71 .
So vieler Herrlichkeit entsagen,
Verlassen Hof und Thron, dem sie geboren ward,
Um sich, auf ungewisse Fahrt,
Ins weite Meer der Welt mit einem Mann zu wagen;Zu leben ihm allein, mit ihm den UnbestandDes Erdenglücks, mit ihm des Schicksals Schläge tragen,(Und ach! oft kommt der Schlag von einer lieben Hand!)Da lohnt sich's wohl, vorher sein Herz genau zu fragen.
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