Fünfter Gesang.
IN
57 .
Er spricht's und schweigt, und steht gelassenDes Sultans Antwort abznpassen.
Allein wo nehin' ich Athem her, den GrimmDes alten Herrn mit Worten euch zu schildern?
Wie seine Züge sich verwildern,
Wie seine Nase schnaubt? mit welchem UngestümEr auf vom Throne springt? wie seine Augen klotzen,
Und wie vor Ungeduld ihm alle Adern strotzen?
58 .
Er starrt umher, will fluchen, und die WnthBricht schäumend jedes Wort an seinen blauen Lippen.„Auf, Sklaven! reißt das Herz ihm aus den Rippen!Zerhackt ihm Glied für Glied! zapft sein verruchtes BlutMit Pfriemen ab! weg mit ihm in die Flammen!
Die Asche streut in alle Winde aus,
Und seinen Kaiser Karl, den möge Gott verdammen!Was? Solchen Antrag? Mir? In meinem eignen Haus?
59 .
Wer ist der Karl, der gegen mich sich brüstet?
Und warum kommt er nicht, wenn's ihn
So sehr nach meinem Bart und meinen Zähnen lüstet,
Und wagt's, sie selber auszuziehn?"
Der Mensch muß unter seiner MützeNicht richtig sein, versetzt ein alter Kan:
So etwas allenfalls begehrt man an der SpitzeVon dreimal hundert tausend Mann.