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Oberon
Entstehung
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110
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NO

Oberon.

54 .

'Herr Hüon macht die Stille sich zu Nutze,

Die auf dem ganzen Saale ruht;

Läßt seine Königin, nah bei der Thür im SchutzeDes treuen Scherasmin, dem er auf seiner HutZu sein gebeut; giebt ihm auf alle FälleDas Horn von Elfenbein, und naht sodann der Stelle,Wo der Kalif, vom Ball noch schwach und matt,

Auf einen Polsterthron sich hingeworfen hat.

55 .

In dumpfer Stille liegt mit ausgespannten FlügelnLeis' athmend die Erwartung rings umher.

Die Tänzer all', von Schlaf und Taumel schwer,Bestreben sich die Augen anfzuriegeln,

Den Fremden anzusehn, der sich, nach solcher That,Mit unbewehrter Hand und bittenden GeberdenDem stutzenden Kalifen langsam naht.

Was, denkt man, wird aus diesem allen werden?

56 .

Er läßt sich ans ein Knie vor dem Monarchen hin,

Und mit dem sanften Ton und kalten Blick des HeldenBeginnt er:Kaiser Karl, von dem ich Dienstmann bin,Läßt seinen Gruß dem Herrn der Morgenländer melden,Und bittet dich verzeih! mir fällt'S zu sagen hart!Doch, meinem Herrn den Mund, so wie den Arm, zu lehnen,Ist meine Pflicht um vier von deinen BackenzähnenUnd eine Hand voll Haar aus deinem Silberbart."