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Fünfter Gesang.
15 .
Die Alte wird von neuem ansgefragt,
Muß drei- und viermal wiederholenWas er gethan, gesagt und nicht gesagt;
Muß immer wieder ihn vom Haupt bis zu den SohlenAbschildern, Zug für Zug — wie gelb und lang sein Haar,Wie groß und blau sein schönes Augenpaar;
Und immer ist noch etwas nachzuholen,
Das in der Eil' ihr ausgefallen war.
16 .
Jndeß sich so um zwanzig Jahre jüngerDie Alte schwatzt, entspinnt der hohe LockenbauDer schönen Braut sich unter Fatmens Finger.
Mit Perlen, glänzender als Thau,
Wird schneckengleich ihr schwarzes Haar durchflochten,
Ohr, Hals und Gürtel schmückt so schimmerndes Gestein,Daß ihren Glanz im SonnenscheinDie Augen kaum ertragen mochten.
17 .
Vollendet stellt nunmehr, von ihrer NpmphenschaarZum Fest geschmückt und bräutlich angekleidet,Gleich einer Sonne sich die Königstochter dar,
Und lieblich wie ein Reh, das unter Rosen weidet.Kein Auge sah sie ungeblendet an,
Wiewohl sie jetzt nur Mädchenaugen sahn:
Nur sie allein schien nichts davon zu wissen,
Wie neben ihr die Sterne schwinden müssen.
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