Fünfter Gesang.
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3 .
Die Unruh treibt sie auf. Sie läuft, mit hastigen SchrittenUnd suchendem Blick, durch Busch und Blumengefild,
Eilt athemlos zu allen grünen Hütten,
Zu allen Grotten hin; ihr Auge, zärtlich wildUnd thränenvoll, scheint das geliebte BildVon allen Wesen zu erbitten:
Oft steht sie ängstlich still, und lauscht,
Wenn nur ein Schatten wankt, nur eine Pappel rauscht.
4 .
Zuletzt, indem sie sich nach einer Stelle wendet,
Wo durch der Büsche Nacht ein Heller Mondschein bricht,Glaubt sie — o Wonne! wenn kein falsches SchattenlichtIhr gern betrognes Auge blendet —
Zu sehen was sie sucht. Sie sicht und wird gesehn;
Sein Feuerblick begegnet ihren Blicken.
Sie eilt ihm zu, und bleibt, in schauerndem Entzücken,Wie zwischen Scham und Liebe, zweifelnd stehn.
5 .
Mit offnen Armen fliegt er ihr entgegen.
Sie will entfliehn, und kann die Kniee nicht bewegen.Mit Müh verbirgt sie noch sich hinter einen Baum,
Und in der süßen Angst zerplatzt der schöne Traum.
Wie gerne hätte sie zurück ihn rufen mögen!
Sie zürnt sich selbst und dem verhaßten Baum;Vergebens suchet sie sich wieder einzuwiegeu,
Ihm nachzusinnen bleibt ihr einziges Vergnügen.