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Oberon.
42 .
„Es wundert euch vielleicht, wie eine Frau, wie ich,
Zu solchen Dingen kommt, die selbst dem FürstenstammeVerborgen sind und sonsten männiglich?
So wisset denn, ich bin die Mutter von der AmmeDer schönen Rezia, bei der sie alles gilt,
Wiewohl schon sechszehn volle JahreVerflossen sind, seit Fatme sie gestillt;
Nun merkt ihr Wohl, woher ich manchmal was erfahre.
43 .
„Man weiß, daß schon seit Jahren der Kalif,
Auf seine Tochter stolz, nicht seltenAn Festen, die er gab, sie mit zur Tafel rief,
Wo schöner Männer viel sich ihr vor Augen stellten.Allein auch das weiß Stadt und Land,
Daß keiner je vor ihr besonders Gnade fand;
Sie schien sie weniger mit mädchenhaftem Grauen,Als mit Verachtung anzuschauen.
44 .
„Indessen ward geglaubt, sie könne Babekan(So heißt der Prinz, den sich zum TochtcrmannDer Sultan auserwählt) vor allen andern leiden.
Nicht, daß beim Kommen oder Scheiden
Das Herz ihr höher schlug; ihn nicht mit Fleiß zu meiden
War wohl das höchste, was er über sie gewann:
Allein, sie war doch sonst für niemand eingenommen;
Die Liebe, dachte man, wird nach der Hochzeit kommen.