Vierter Gesang.
77
21 .
Indessen er, in eingebildeter Wonne,
Die schwer errungne Braut an seinen Busen drückt,
Sieht unvermerkt ans Ufer der Garonne,
Wo er als Kind den ersten Strauß gepflückt,
Von Euphrats Ufern weg der Alte sich verzückt.
Nein, denkt er, nirgends scheint doch unsers Herrgotts SonneSo mild als da, wo sie zuerst mir schien,
So lachend keine Flur, so frisch kein andres Grün!
22 .
Du kleiner Ort, wo ich das erste Licht gesogen,
Den ersten Schmerz, die erste Lust empfand,
Sei immerhin unscheinbar, unbekannt,
Mein Herz bleibt ewig doch vor allen dir gewogen,Fühlt überall nach dir sich heimlich hingezogen,
Fühlt selbst im Paradies sich doch aus dir verbannt;O möchte wenigstens mich nicht die Ahnung trügen,Bei meinen Vätern einst in deinem Schooß zu liegen!
23 .
In solcher Träumerei schwind't unvermerkt der Raum,Der sie von Bagdad trennt, bis itzt die MittagshitzeIn einen Wald sie treibt, der vor der Gluth sie schütze.Noch ruhten sie um einen alten Baum,
Wo dichtes Moos sich schwellt zum weichen Sitze,
Und Oberons Pokal erfrischt den trocknen Gaum;
Ms, eben da er sich zum dritten Male füllet,
Ein gräßliches Geschrei in ihre Ohren brüllet.