Druckschrift 
Oberon
Entstehung
Seite
73
Einzelbild herunterladen
 

Vierter Gesang.

73

9 .

Der Alte wiegt sein zweifelreiches Haupt,

Wie wenn man euch ein Wunderding erzählet,

Wovon ihr nichts im Herzen glaubt,

Wiewohl euch Grund cs wegzulängnen fehlet.

Was denkst du? fragt der Ritter. Das ist's justWas mich verlegen macht, versetzt der Unverlicbte:

Ich hätte freilich wohl zu manchem Einwurf Lust;Allein was hälf's am End', als daß ich euch betrübte?

10 .

Nur, vor der Hand, weil euer fürstlich WortEuch einmal gegen Karl verbindet,

So, dächt' ich, setzten wir den Zug nach Bagdad fort.Vielleicht daß unterwegs der Zauber wieder schwindet;Vielleicht daß Oberon dabei sein Bestes thutUnd unversehens sich die Traumprinzessin findet.Inzwischen, lieber Herr, thut euch die Hoffnung gut,

So hofft! Man macht dabei zum mindsten rothes Blut.

11 .

Weil dieß der Knappe spricht, steht mit gesenkter Stirne

Der Ritter da; denn plötzlich hatte sich

In seinem liebeskranken Hirne

Die Scene umgekehrt. Ach, spricht er, täusche mich

Nicht auch mit falschem Trost! Feindselige Gestirne

Sind über mir. Was kann ich hoffen? sprich!

Der Sturm, der sie von meiner Brust gerissen,

Läßt, leider, mich zu viel von meinem Schicksal wissen.