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Oberon.
6 .
Denk' dir ein Weib im reinsten Jugendlicht,
Nach einem Urbild von dort obenAns Rosengluth und Lilienschnee gewoben;
Gieb ihrem Bau das feinste Gleichgewicht;
Ein stilles Lächeln schweb' aus ihrem Angesicht,
Und jeder Reiz, von Majestät erhoben,
Erweck' und schrecke zugleich die lüsterne Begier:
Denk' alles, und du hast den Schatten kaum von ihr!
7 .
Und nun, sanft angelockt von ihren süßen Blicken,
Dieß holde Weib, das nur die Lnftgestalt
Von einem Engel schien, an meine Brust zu drücken,
Zu fühlen, wie ihr Herz in meines überwallt,
Jst's möglich, daß ich vor EntzückenNicht gar verging? — Nun komm, und sprich mir kalt,Es war ein Traum! Wie schal, wie leer und todt ist nebenSo einem Traum mein vorigs ganzes Leben!
8 .
Noch einmal, Scherasmin, es war kein SchattenspielIm Sitz der Phantasie aus Weindnnst auSgegohren!
Ein unbetrügliches Gefühl
Sagt mir, sie lebt, sie ist für mich geboren.
Vielleicht war's Oberon, der sie erscheinen ließ.
Jst's Wahn: o laß ihn mir! die Täuschung ist so süß!Doch, nichts von Wahn! Kann solch ein Traum betrügen,O so ist alles Wahn! so kann die Wahrheit lügen!