Dritter Gesang.
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6 .
Mein Herr, ich bin ein Prinz vom Berge Libanon,
Ich hatte mich dem Dienst der schönsten aller SchönenDrei Jahre sonder MinnelohnVerdingt, bevor sie sich so viele Treu zu krönenErbitten ließ: und wie ich nun als BräutigamIhr eben itzt den Gürtel lösen wollte,
Da kam der Wehrwolf, nahm sie untern Arm und trollteVor meinen Angen weg mit meinem holden Lamm.
7 .
Fast sieben Monden sind verflossen,
Seit ich zu ihrem Heil mein äußerstes versucht:
Allein der Eisenthurm, worein er sie verschlossen,
Wehrt mir den Zugang, ihr die Flucht.
Das Einz'ge, was von Amors süßer FruchtIch in der langen Zeit genossen,
War, Tage lang von fern auf einem Baum zu lauern,Und hinzusehn nach den verhaßten Mauern.
8 .
Zuweilen däuchte mich sogar,
Ich sehe sie, in los gebundnem Haar,
Am Fenster stehn, mit aufgehobnen Armen,
Als flehte sie zum Himmel um Erbarmen.
Mir fuhr ein Dolch ins Herz. Und die Verzweiflung nunTrieb mich, seit jenem Tag, aus bloßer Noch zu thunWas ihr erfahren habt, wie alle diese Streiter:
Kurz, ungefochten, Herr, kommt hier kein Ritter weiter.
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