Druckschrift 
Oberon
Entstehung
Seite
38
Einzelbild herunterladen
 

38

Oberon.

30 .

Mit Regen, Sturm und Blitz verfolgt ein UngewitterDie Fliehenden; die fürchterlichste NachtVerschlingt den Mond; es donnert, saust und krachtRings um sie her, als schlüg's den ganzen Wald in Splitter;Kurz, alle Element' im StreitZerkampfen sich mit zügellosem Grimme:

Doch mitten ans dem Sturm ertönt von Zeit zu ZeitMit liebevollem Ton des Geistes sanfte Stimme:

31 .

Was fliehst du mich? Du fliehst vor deinem Glück;Vertrau dich mir, komm, Hüon, komm zurück!"

Herr, wenn ihr's thut, seid ihr verloren,

Schreit Scherasmin: fort, fort, die Finger in die Ohren,Und sprecht kein Wort! Er hat nichts Guts im Sinn!Nun gcht's auf's neue los durch Dick und Dünn,

Vom Sturm umsaust, vom Regen überschwemmet,

Bis eine Klostermau'r die raschen Reiter hemmet.

32 .

Ein neues Abenteur! Der Tag, da dieß geschah,War just das Namensfest der heil'gcn Agatha,Der Schätzerin von diesem Jnngfernzwinger.

Nun lag kaum einen BüchsenschußDavon ein Stift voll wohl genährter Jünger-Des heil'gen Abts Antonius;

Und beide hatten sich in diesen AbendstundenZu einer Betcfahrt freundnachbarlich verbunden.