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Oberon
Entstehung
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Oberon.

57 .

Daß ich von unserm Kampf dir ein Gemälde mache,Verlange nicht. An Grimm und Stärke war,

Wie an Erfahrenheit, mein Gegner offenbar

Mir überlegen; doch, die Unschuld meiner Sache

Beschützte mich, und machte meine Kraft

Dem Willen gleich. Der Sieg blieb lange zweifelhaft;

Schon floß aus manchem Quell des Klägers Blut herunter,

Und Hüon war noch unverletzt und munter.

58 .

Der wilde Amory, wie er sein dampfend BlutDen Panzer färben sicht, entbrennt von neuer Wuth,

Und stürmt auf Hüon ein, gleich einem Ungewittcr,

Das alles vor sich her zertrümmert und verheert,

Blitzt Schlag auf Schlag, so daß mein junger RitterDer überlegnen Macht mit Mühe sich erwehrt.

Ein Arm, an Kraft mit Rolands zu vergleichen,

Bringt endlich ihn, nach langem Kampf, zum Weichen.

59 .

Des Sieges schon gewiß faßt Amory sogleich

Mit beiden angestrengten Händen

Sein mächtig Schwert, den Kampf auf Einen Schlag zu enden.

Doch Hüons gutes Glück entglitscht dem Todesstreich,

Und bringt, eh' jener sich ins Gleichgewicht zu schwingenVermag, da wo der Helm sich an den Kragen schnürt,

So einen Hieb ihm bei, daß ihm die Ohren klingen,

Und die entnervte Hand den Degengriff verliert.