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Oberon
Entstehung
Seite
21
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Erster Gesang.

21

54 .

Der stolze Mann, wiewohl in seiner BrustEin Kläger pocht, der seinen Muth erschüttert,

War eines Arms von Eisen sich bewußt,

Der manchen Wald von Lanzen schon zersplittert.

Er hatte nie vor einem Feind gezittert,

Und Kampf auf Tod und Leben war ihm Lust.

Doch all sein Trotz und seine RiesenstärkeBetrogen ihn bei diesem Llut'gen Werke.

55 .

Gekommen war nunmehr der richterliche Tag,

Versammelt alles Volk. Mit meinem silberblankenTurnierschild vor der Brust, und, wie ich sagen mag,

Von allen mit Liebe begrüßt, erschien ich in den Schranken.Schon stand der Kläger da. In einem Erker lagDer alte Karl, umringt von seinen Fürsten,

Und schien, in offenem Vertrag

Mit Amory, nach meinem Blut zu dürsten.

56 .

Die Sonne wird getheilt. Die Richter setzen sich.

Mein Gegner scheint vor Ungeduld zu brennen,

Bis die Trompete ruft. Nun ruft sie, und wir rennen,Und treffen so gewaltiglich

Zusammen, daß aufs Knie die Rosse stürzen, und ichUnd Hohenblat uns kaum im Sattel halten können.Eilfertig machen wir uns aus den Bügeln los,

Und nun, in einem Blitz, sind beide Schwerter bloß.