Erster Gesang. 17
42 .
Herr, rief ich, höre mich! Mein Will' ist ohne Schuld;
Er gab sich für den Sohn des Herzogs von Ardennen,Und was er that, bei Gott! es hätte die GeduldVon einem Heil'gen morden können!
Er schlug den Knaben dort, der ihm kein Leid gcthan,Sprach lästerlich von meines Vaters Ehre,
Fiel unverwarnt mich selber mörd'risch an —
Den möcht' ich sehn, der kalt geblieben wäre!
43 .
Ha! Bösewicht! schreit Karl mich hörend, springt entbranntVom Leichnam auf, mit Löwengrimm im Blicke,
Reißt einem Knecht das Eisen aus der Hand,
Und, hielten ihn mit Macht die Fürsten nicht zurücke,
Er hätt' in seiner Wuth mich durch und durch gerannt.Auf einmal rüttelt sich der ganze Ritterstand;
Ein wetterleuchtender Glanz von hundert bloßen WehrenScheint stracks in jeder Brust die Mordlust aufzustören.
44 .
Die Hall' erdonnert von Geschrei,
Das Aestrich Lebt, die alten Fenster klirren.
Aus jedem Mund schallt Mord! Verrätherei!
Die Sprachen scheinen sich aufs neue zu verwirren.
Man schnaubt, man rennt sich an, man zückt die drohende Hand.Der Abt, den noch allein Sankt Benedikts GewandVor Frevel schützt, hält endlich unfern DegenMit aufgehobnem Arm sein Skapnlicr entgegen.
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