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Oberon
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Oberon.

39 .

Zwölf Knappen tragen sie, in schwarzen Flor vermummet,Die hohen Stufen hinan, und wer sie sicht, verstummetUnd steht erstarrt. Sie nehmen ihren LaufDem Saale zu. Die Thüren springen ans:

Da tragen zwölf Gespenster eine Bahre,

Mit blut'gen Linnen bedeckt, bis mitten in den Saal.

Der Kaiser selbst erblaßt, uns andern stehn die HaareZu Berg, und mich trifft's wie ein Wctterstrahl.

40 .

Indem tritt Amorh hervor, hebt von der LeicheDas blnt'ge Tuch, undSieh! (ruft er dem Kaiser zu)Dieß ist dein Sohn! und hier der Frevler, der dem ReicheUnd dir die Wunde schlug, der Mörder unsrer Ruh!

Weh mir! ich kam zu spät dazu!

Sich nichts versehend fiel dein Scharlot im Gesträuche,Durch Meuchelmord, nicht wie in offnem FeldVon Nittcrshand ein ritterlicher Held."

41 .

Wie viel Verdrieß dem alten Herrn auch täglichSein böser Sohn gebracht, so blieb er doch sein Sohn,Sein Fleisch und Blut. Erst stand er unbeweglich;

Dann schrie er laut vor Schmerz, mein Sohn! mein Sohn!Und warf sich in Verzweiflung nebenDen Leichnam hin. Mir war der bange VatertonEin Dolch ins Herz; ich hätt' um Scharlots LebenIn diesem Augenblick mein bestes Blut gegeben.