Druckschrift 
Oberon
Entstehung
Seite
7
Einzelbild herunterladen
 

Erster Gesang.

7

12 .

Drauf geht es mit verhängtem Zügel

Ans Bagdad los. Stets denkt er, kommt es bald?

Allein da lag noch mancher steile Hügel

Und manche Wüstenei und mancher dicke Wald

Dazwischen. Schlimm genug, daß in den Heidcnlanden

Die schöne Sprache von Ok was unerhörtes war:

Ist dieß der nächste Weg nach Bagdad, fragt er zwarAn jedem Thore, doch von keiner Seele verstanden.

13 .

Einst traf der Weg, der eben vor ihm lag,

Auf einen Wald. Er ritt Lei Sturm und ZiegenBald links bald rechts den ganzen langen Tag,Und mußt' oft erst mit seinem breiten DegenDurchs wilde Gebüsch sich einen Ausgang Hann.Er ritt Berg an, um freier nmzuschaun.

Weh ihm! der Wald scheint sich von allen Seiten,Je mehr er schaut, je weiter auSzubreiten.

14 .

Was ganz natürlich war, däucht ihm ein Zanberspiel.Wie wird ihm erst, da in so wilden Gründen,

Woraus kaum möglich war bei Tage sich zu finden,Zuletzt die Nacht ihn überfiel!

Sein Ungemach erreichte nun den Gipfel.

Kein Sternchen glimmt durch die verwachsnen Wipfel;Er führt sein Pferd so gut er kann am Zaum,

Und stößt bei jedem Tritt die Stirn an einen Baum.