Erster Gesang.
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6 .
Und noch ist Nicht des Rächers Zorn erweicht,
Noch hat ihr Elend nicht die höchste Stns' erreicht;
Es nährt nur ihre strafbar» Flammen,
Sie leiden zwar, doch leiden sie beisammen.
Getrennt zu sein, so wie in Donner und BlitzDer wilde Sturm zwei Brnderschiffe trennet,
Und ausgelöscht, wenn im geheimsten Sitz
Der Hoffnung noch ein schwaches Flämmchen brennet:
7 .
Dieß fehlte noch! — O du, ihr Genius einst, ihr Freund!Verdient, was Liebe gefehlt, die Rache sonder Grenzen?Weh euch! Noch seh' ich Thränen in seinen Angen glänzen;Erwartet daS ärgste, wenn Oberon weint! —
Doch, Muse, wohin reißt dich die AdlersschwingeDer hohen trunknen Schwärmerei?
Dein Hörer steht bestürzt, er fragt sich, was dir sei,
Und deine Gesichte sind ihm geheimnißvolle Dinge.
Komm, laß dich nieder zu uns ans diesen Kanapee,
Und — statt zu rufen, ich seh', ich seh',
Was niemand sieht als du — erzähl' uns fein gelassen,Wie alles sich begab. Sieh, wie mit lauschendem MundUnd weit geöffnetem Auge die Hörer alle passen,
Geneigt zum gegenseitigen Bund,
Wenn du sie täuschen kannst, sich willig täuschen zu lassen.Wohlan! so höret denn die Sache aus dem Grund!