Druckschrift 
Oberon
Entstehung
Seite
4
Einzelbild herunterladen
 

4

Oberon.

3 .

Nur daß der süßen verbotenen FruchtEuch ja nicht vor der Zeit gelüste!

Geduld! der freundlichste Wind begünstigt eure Flucht,Zwei Tage noch, so winkt Hesperiens goldne Küste.

O rette, rette sie, getreuer Scherasmin,

Wenn's möglich ist! Umsonst! die truuknen Seelen hörenSogar den Donner nicht. Unglückliche, wohinBringt euch ein Augenblick! Kanu Liebe so bethören?

4 .

In welches Meer von Jammer stürzt sie euch!

Wer wird den Zorn des kleinen Halbgotts schmelzen?Ach! wie sie Arm in Arm sich auf den Wogen wälzen!Noch glücklich durch den Trost, zum wenigsten zugleichEins an des andern Brust zu sinken ins Verderben.Ach! hofft es nicht! Zu sehr auf euch erbostVersagt euch Oberon den letzten Trost,

Den armen letzten Trost des Leidenden, zu sterben!

5 .

Zn strenger» Qualen anfgespart

Geh' ich sie hülflos, nackt, am öden Ufer irren;

Ihr Lager eine Kluft, mit einer Hand voll dürremHalb faulem Schilf bestreut! und Beeren wilder Art,Die kärglich hier und dort an kahlen Hecken schmoren,All ihre Kost! In dieser dringenden NothKein Hüttenrauch von fern, kein hülfewinkend Boot,Glück, Zufall und Natur zu ihrem Fall verschworen!